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Deutschland ist unsere Zukunft, der Irak unsere Erinnerung

Dienstag, 19. Mai 2009 11:58

In ihrer Heimat wurden sie verfolgt, gefoltert, bedroht und schließlich vertrieben. Jetzt wird für 2500 Flüchtlinge aus dem Irak Deutschland zu einer neuen Heimat. Sie alle landen zuerst im Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen, das nach dem Zweiten Weltkrieg Flüchtlinge aus dem Osten aufnahm und später Vertriebene aus der ganzen Welt.

Deutscher Landregen kann etwas sehr schönes sein. Wenn er sich allerdings über Tage hinweg zieht und der Himmel keine andere Farbe mehr als miesepetriges Grau zu bieten hat, kann der Landregen schnell auch das Gemüt verdunkeln.
Maged hingegen scheinen das eintönige Grau und die feuchte Kälte, die tief in die Glieder zieht, nichts auszumachen. Ganz im Gegenteil. Nur mit einem braunen Pyjama bekleidet und Plastiksandalen an den Füßen steht er unter dem Vordach der Baracke 6 in Friedland. Seinem Übergangszuhause. Sein Körper scheint nichts zu spüren von der Kälte oder dem Regen, denn seine Gedanken sind gerade nicht in Friedland. Sie beschäftigen sich mit essentielleren Fragen als dem Wetter. Wahrscheinlich surren sie nur so durch den Kopf des 70-jährigen Mannes mit den schlohweißen Haaren und den freundlichen Augen, denn als Amir Zaya durch den Regen auf ihn zukommt und ihm einen guten Morgen wünscht, sprudeln die Fragen nur so aus Maged heraus.

Maged ist einer von 2500 Irakern, die in Deutschland eine neue Heimat finden sollen. Sie gehören zu den etwa zwei Millionen Irakern, die aus Angst um ihr Leben nach Syrien oder Jordanien geflüchtet sind, aber weder dort bleiben noch in den Irak zurückkehren können. In den Nachbarstaaten des Irak fanden sie zwar Unterschlupf, allerdings ohne eine Perspektive, dort je ein normales Leben führen zu können. In Ländern wie Syrien oder Jordanien, wo die Iraker zwar geduldet sind aber weder arbeiten dürfen noch die Schulbildung ihrer Kinder gewährleistet ist, ist ihre Verelendung vorgezeichnet.
10 000 von ihnen dürfen nun in die Europäische Union kommen. 2500 davon nach Deutschland, von denen die Mehrheit Christen sind. Staffelweise werden sie nun nach Deutschland kommen, und alle werden sie ihre ersten Tage und Wochen im Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen verbringen, von wo sie dann an ihren neuen Wohnort verteilt werden.

Doch genau dieser neue Wohnort bereitet Maged Kopfzerbrechen. Eindringlich redet er auf Amir Zaya, den irakischen Übersetzer ein, und zieht ihn schlussendlich in die Baracke 6 hinein. Es muss dringend etwas geklärt werden. Die flache Baracke besteht aus einem tristen Gang, an dem rechts und links die Zimmer der Flüchtlinge liegen. An der Wand neben dem Zimmer Nummer 17, an die Mageds Name und die Anzahl der Familienangehörigen mit schwarzem Filzstift geschrieben steht, hängt eine ausgeblichene Deutschlandkarte, auf der die Grenzen aller Bundesländer eingezeichnet sind.
Maged erklärt sein Problem. Immer wieder. Denn er versteht nicht, wie das offensichtliche Missverständnis mit dem neuen Wohnort passiert sein kann. Nach Hamburg wollte er mit seiner Familie, in den Norden, denn zwei seiner Söhne leben schon seit etlichen Jahren in Dänemark. Dorthin waren sie mithilfe von Schmugglern geflüchtet, mittlerweile sind sie dänische Staatsangehörige. Da Dänemark den Rest der Familie, der nach Jordanien geflüchtet war, nicht aufnehmen wollte, empfiehl ihnen das UNHCR-Büro in Amman, einen Ausreiseantrag nach Deutschland zu stellen. Von Hamburg aus sind es nur ein paar Stunden mit dem Zug nach Dänemark, die Familie wäre also wieder so gut wie vereint gewesen. Doch nun das. „Ich habe gehört, sie wollen uns nach Weimar schicken“, sagt der 70-Jährige, und in seinem Gesicht spiegelt sich Verzweiflung. „Weimar, das ist hier irgendwo rechts unten auf der Karte“, und er schiebt sein Gesicht noch ein bisschen näher an das vergilbte Papier hinter Glas. Die gesamte Familie drängt sich mittlerweile um die Karte und Amir Zaya, der versucht, die Familie so gut es geht zu beruhigen und ihr Problem zu verstehen. „Wir wollen entweder nach Hamburg oder in den Westen, nach Düsseldorf oder Duisburg“, erklärt Ziad, der älteste Sohn. „Dort haben wir auch Verwandte.“ Der Gedanke, alleine in einem fremden Land in einer fremden Stadt, Stunden von den nächsten Angehörigen entfernt zu leben, versetzt die ganze Familie in Angst und Schrecken. „Gibt es da überhaupt Universitäten?“, fragt Maged. „Meine Kinder müssen doch was lernen, aus ihnen soll was werden.“

Doch die Familie muss sich gedulden. Die Iraker werden nach einem für sie undurchschaubaren System aufgeteilt, das die Behörden „Königsteiner Schlüssel“ nennen. Auf einer kleingedruckten Liste steht, wohin die Reise gehen wird für die irakischen Familien. Doch erst in einer Woche, punkt neun Uhr, wird ihnen ihr Schicksal mitgeteilt. Maged schüttelt resigniert den Kopf. Spannung ist gerade das letzte, was diese Menschen gebrauchen können. Aber er will sich nicht beschweren. Er ist glücklich, seine Familie endlich in Sicherheit zu wissen. Er will alles richtig machen in seiner neuen Heimat.

Deshalb erscheint der 70-Jährige auch kurze Zeit später in einem grauen Anzug und weißem Hemd in der Caritasberatungsstelle ein paar Häuser weiter. Dort findet ab zehn Uhr eine Informations-Veranstaltung zum Aufenthaltsrecht in Deutschland für die neu eingetroffenen Iraker statt. Hier erhoffen sich Maged und seine Landsleute Antworten auf ihre vielen Fragen, über ihr Schicksal, ihr neues Leben.
Auch George will alles richtig machen. Punkt zehn Uhr nimmt er in dem schmucklosen Raum, in dem überall alte Schwarzweißfotos von Kriegsrückkehrern aus dem zweiten Weltkrieg hängen, Platz. Auch seine Frau ist dabei. Mit ihr und den beiden Söhnen wohnt er gleich gegenüber von Maged in Baracke 6.

Auf Zuspätkommer wird – da beginnt schon die erste Lektion im Deutschtum - keine Rücksicht genommen. Schließlich müssen Regeln eingehalten werden. Schon für die, die pünktlich da waren und gebannt jedem Wort folgen, das der junge Herr von der Caritas und sein palästinensischer Übersetzer hervorbringen, ist das, was sie hören, ein Wirrwarr aus Paragrafen und deutscher Bürokratie, das einen deutschen Muttersprachler überfordern könnte - nur das es für diese Menschen hier um ihre Zukunft geht. Ihre womöglich letzte Chance auf ein Leben in Sicherheit und Stabilität. Da will man alles verstehen, da will man alles richtig machen. Doch das Bombardement aus kompliziertem Behördendeutsch, verwirrenden Gesetzen und deutscher Bürokratie scheint auch den konzentriertesten Zuhörer nur noch mehr zu verwirren.

In anderthalb Stunden versuchen die Mitarbeiter der Caritas die Neuankömmlinge so gut es geht über das deutsche Aufenthaltsrecht aufzuklären, und das Wirrwarr in ihren Köpfen zu lichten. Sie klären die Iraker unter anderem über ihre Rechte in Deutschland auf. Das sie zum Beispiel arbeiten dürfen, wie sie ihre Aufenthaltsgenehmigung, die ab sofort für drei Jahre gilt, verlängern können und wie sie später auch eine permanente Aufenthaltsgenehmigung erhalten können. Doch immer wieder rumort es im Saal, die Iraker haben hunderte von Fragen, vor allem als es um das Thema Reisen in die Heimat geht. „Es ist bis jetzt nicht klar, wie das geht, und ob die deutsche Botschaft ihnen dort vor Ort im Notfall helfen kann“, sagt Thomas Heck, Leiter der Caritasstelle in Friedland. Deshalb rät er auch von Reisen in den Irak, aber auch nach Syrien und Jordanien vorerst ab.  Aber eine Information lässt die Anwesenden kollektiv aufatmen: Sie können ihren Flüchtlingsstatus gar nicht verlieren, da sie in Deutschland gar keinen haben. Was im Umkehrschluss für all diese Menschen bedeutet, dass die deutsche Regierung sie nicht in den Irak abschieben kann, wenn sie der Meinung ist, dass es keinen Grund mehr für eine Flucht aus dem Heimatland gibt. Denn zurück wollen und können sie nicht mehr, soviel ist den meisten hier klar.

Auch für George und seine Familie gibt es kein zurück mehr. Der 58-Jährige sitzt an einem kleinen Holztisch in seinem Zimmer und schaut auf den Regen, der ans Fenster platscht. Die Heizung ist bis zum Anschlag aufgedreht, es ist stickig im Zimmer, aber die Familie scheint es nicht zu bemerken. Seine Söhne tragen dicke Wollpullis, seine Frau Nada hat auch hier drin ihre Jacke an. Das deutsche Wetter ist gewöhnungsbedürftig, aber die Familie scheint das nicht im Geringsten zu stören. „Deutschland ist ein guter Ort“, sagt George, und seine grünen Augen strahlen. In den Irak wollen sie nicht mehr zurück. „Wir wären Fremde in unserem Land.“ Es muss ihm das Herz brechen, so von seiner Heimat zu sprechen. Immer noch lebt Familie dort, Freunde, Nachbarn.
„Aber unsere Kinder waren dort in Gefahr, jeden Tag.“ Nada erzählt, wie die Terroristen Kinder auf dem Weg zur Schule in Autos zogen, um dann bis zu 20 000 Dollar Lösegeld von den verzweifelten Eltern zu fordern. „Wir Mütter haben uns zusammengetan, um unsere Kinder im Pulk zur Schule zu bringen, aber das ist doch auf Dauer kein Leben“, erzählt Nada, deren Gesicht von tiefen, schwarzen Ringen unter den Augen gezeichnet ist. Schließlich floh die Familie nach Jordanien, immer in der Hoffnung, bald wieder in ihre Heimat zurückkehren zu können. „Aber dort wurde es jeden Tag nur noch schlimmer“, sagt George. Als das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen ihnen anbot, sich für die Ausreise nach Deutschland zu bewerben, war das ein Rettungsring für die Familie, für den sie ewig dankbar sein werden. „In Jordanien waren wir nichts, dort gibt es keine Zukunft für meine Kinder.“

In Deutschland wollen sie ein neues Leben beginnen, das Land soll zu ihrer zweiten Heimat werden. Das einzige Problem sieht George in der Sprache, die für ihn noch so fremd klingt. Auf dem Tisch liegt ein kleines Wörterbuch Deutsch-Arabisch. Darin sind viele lustige, bunte Bilder von Möhren, Autos und Gießkannen abgebildet, mit dem jeweiligen deutschen und arabischen Wort darunter. George will vorbereitet sein auf seinen ersten Deutschunterricht. „Die Sprache ist das Tor zum Leben“, sagt George, und er ist fest entschlossen, dieses Tor weit aufzustoßen. Alle Flüchtlinge werden einen Integrationskurs absolvieren, in dem sie Praktisches und Wissen über Deutschland vermittelt bekommen, aber vor allem die Sprache lernen sollen. „In sechs Monaten will ich den Kurs beenden und Arbeit finden“, sagt George. Darauf richtet er jetzt all seine Energie. Er ist ehrgeizig und fest entschlossen, in Deutschland heimisch zu werden. Um zu beweisen, wie ernst es ihm ist, zieht er unter der Bettdecke einer der Etagenbetten noch ein elektronisches Wörterbuch hervor.
„Ich will Deutsch lernen, um schnell Arbeit zu finden und meine Kinder ernähren zu können“, sagt George. Er will es schaffen, auch wenn der Weg schwer werden sollte. „Ich weiß, dass wir hier auf einem niedrigeren sozialen Niveau leben werden als im Irak“, sagt der gelernte Steuerberater. „Aber dafür werden wir in Sicherheit leben, unsere Kinder werden in einer gesunden, stabilen Gesellschaft aufwachsen, das ist für uns das wichtigste.“ Sie wünschen sich so sehr, in diesem Land glücklich zu werden.

Vor dem Fenster, an dem die dicken Regentropfen abperlen, steht eine kleine irakische Flagge, die auch in ihrem neuen zu Hause in Berlin einen besonderen Platz einnehmen wird. „All unsere Erinnerungen sind im Irak“, sagt George zum Abschied, „aber Deutschland ist unsere Zukunft.“

Amira El Ahl

Thema: Allgemein | Comments Off | Autor: Amira El Ahl

Brief aus dem Libanon

Freitag, 13. März 2009 14:10

Endlich war ich da. So lange hatte ich mir erhofft, den Libanon zu bereisen, und nun erfüllte ich mir diesen Wunsch. Eine Woche lang Land und Leute erkunden, Freunde treffen, Geschichten recherchieren. Aber vor allem: Mit eigenen Augen sehen, wie dieses Land aussieht, wie es riecht, wie es schmeckt.

Immer wieder hört man das Gleiche: Der Libanon ist grün, man kann am Morgen in den Bergen Ski fahren und am Nachmittag im Meer baden, und natürlich ist das Essen das beste in der Region. Nun wollte ich mir mein eigenes Bild machen.

Schon beim Anflug auf Beirut bestätigten sich die ersten beiden Libanon-Klischees. Aus dem linken Flugzeugfenster waren die grün leuchtenden, in höheren Lagen schneebedeckten Berge zu sehen, aus dem rechten Kabinenfenster sah ich das Meer. Die Sonne schien, als ich ankam, und ich konnte auf der Fahrt in die Innenstadt gar nicht genug vom Anblick der weißen Berggipfel bekommen. Unfassbar, dass es keine zwei Stunden Flugzeit von Kairo entfernt solch eine blühende Vegetation gibt, grüne Hügel so weit das Auge reicht und Berge, die von weitem weiß leuchten. Herrlich!

Und dann Beirut. Vielleicht hätte mich die Stadt nicht so begeistert, wäre ich gerade aus Deutschland eingeflogen. Aber aus dem 20 Millionen-Moloch Kairo kommend, fühlte ich mich regelrecht beschwingt, als ich durch die Straßen der libanesischen Hauptstadt lief. Saubere Bürgersteige, schicke Cafés und der Duft von Veilchen, die in Beeten die Gehwege des „Centre Ville” säumen.

Es hört sich banal an, aber für mich war es extrem erfrischend, mal wieder die normalen Freuden einer Stadt genießen zu können. Kairo ist heillos überfüllt, chaotisch, verstaubt und verdreckt. Entspannte Spaziergänge sind kaum möglich. Natürlich gibt es auch in Kairo grüne Ecken, aber sie haben keine Chance gegen den Wüstensand, der sich ebenmäßig überall in der Stadt verteilt.

Deshalb kam mir Beirut mit seinen gepflegten Plätzen, dem Pflanzenwuchs und dem Regen, durch den ich zwei Tage spazierte, fast wie ein Kurort vor.

Beirut erinnert mich von der Architektur, die in den alten Strukturen noch zu erkennen ist, aber auch von der Vegetation her ein wenig an Südfrankreich. Südfrankreich mit Kriegsnarben. Zwar wird in Beirut, wie auch im Rest des Landes, kräftig gebaut, und viele alte Gebäude, die dem Krieg zum Opfer gefallen sind, müssen nun gläsernen, glänzenden, glatten Neubauten weichen. Dennoch sieht man überall noch Wände, die von Einschusslöchern durchsiebt sind und völlig ausgebrannte und zerbombte Häuser. Das sind traurige Überbleibsel eines grausamen und langen Bürgerkrieges, in dem etwa 100 000 Libanesen ums Leben kamen und rund 800 000 ins Ausland flohen.

Heute leben vier Millionen Menschen im Zedernstaat, die Exilgemeinde der Libanesen ist auf 16 Millionen angewachsen.

Überall auf dem Erdball sind sie verstreut, in Südamerika, Kanada, Europa, Australien. Sie haben sich dort eine neue Existenz aufgebaut, viele haben es zu Geld gebracht. Mein liebenswürdiger Taxifahrer Jean besaß einmal ein Restaurant, das während des Krieges zerstört wurde. Seitdem verdient er sein Geld damit, Menschen durch den Libanon zu fahren. Auf unserer Fahrt in den Süden des Landes führte Jean mehrere Telefonate. „Das Schöne am Libanon ist, dass man mit allem Geld verdienen kann”, sagte Jean zwischen zwei Gesprächen. Er suche gerade einen Käufer für eine Villa, die ein Bekannter für ein paar Millionen Dollar verkaufen wolle. Für Jean fällt dabei natürlich eine Vermittlungsgebühr ab.

Wir waren auf dem Weg nach Saida. Die Stadt liegt knapp 50 Kilometer südlich von Beirut und zählt zu den berühmten Orten des Altertums. Heute ist sie die drittgrößte Stadt im Libanon und Sitz der südlibanesischen Regierung. Auf dem Weg dorthin begegnete mir ein Phänomen, das ich auch in den anderen Teilen des Landes beobachten konnte: Überall wird gebaut. Die grünen Hänge sind übersät mit neuen, meist mehrstöckigen, weiß-getünchten Häusern.

An der Schnellstraße nach Saida liegt eine Siedlung, in der niemand zu wohnen scheint. Nur vor einem einzigen Balkon sah ich frische gewaschene Wäsche hängen. Die anderen Häuser schienen verlassen, der Ort wie eine Geisterstadt. Jean erklärte mir, dass früher Christen in diesem Dorf wohnten. Im Bürgerkrieg kämpften Drusen gegen sie, und das ganze Dorf wurde dem Erdboden gleich gemacht. Die Einwohner kamen um oder flohen ins Ausland. Viele dieser Exillibanesen bauen sich heute in ihrer alten Heimat wieder Häuser, kehren aber nur im Urlaub heim. So entsteht ein Meer von Ferienwohnungen im Libanon.

Auch die Lebensmittelindustrie hat sich auf die Auslandlibanesen eingestellt. Goodys, ein Feinkost-Supermarkt mit einer Filiale am Flughafen Beirut führt alle erdenklichen libanesischen Köstlichkeiten. Von Orangenblütenwasser über die verschiedenen typischen libanesischen Gewürze hin zu frischen Oliven und den berühmten libanesischen Süßigkeiten - es gibt nichts, was man hier nicht findet. Der Clou ist, dass alles schon reisegerecht abgepackt ist. Das Olivenöl steckt in einer leichten Plastikflasche, die so sicher verschweißt ist, dass man sie unbesorgt in den Koffer werfen kann. Die Oliven werden in eine Tupperdose gepackt - der Mann hinter der Theke weiß bei dem Satz „Es ist für die Reise” sofort Bescheid. Auch Thymian und Granatapfelessenz sind so verpackt, dass der Exillibanese ein Stück alte Heimat mitnehmen kann. In der Innenstadt und auch am Flughafen ist Goodys gut besucht.

Auch ich nehme zum Abschied eine Tasche voller Köstlichkeiten mit. Denn es stimmt, was man sagt: Das libanesische Essen ist besser als alles, was ich bisher gekostet habe. Dank Goodys kann ich nun wochenlang mein Essen mit libanesischen Zutaten verfeinern. Was übrigens ein weiteres Klischee bestätigt: Die Libanesen wissen, wie man Geschäfte macht.

Amira El Ahl

Thema: Briefe | Comments Off | Autor: Amira El Ahl